Analyse starten

Start · Case Study

Case Study · Anonymisiert

Schreinerei in Bingen — 6 MA, 14 Monate später.

Inhaber 58, Übergabe-Druck steigt. Auftragsbuch voll, Konto zäh. Wir haben gemeinsam an Preiskalkulation, Auftragspriorisierung und einer halbjährlichen Liquiditätsplanung gearbeitet — ohne neuen Mitarbeiter, ohne neue Maschine. Was nach 14 Monaten anders ist.

Betrieb6 Mitarbeiter, Holzbau-Schreinerei
RegionRheinhessen (Bingen)
Umsatz vorherca. 720 k€
Begleitzeitraum14 Monate

Ausgangslage

Erstgespräch im Februar 2025. Der Inhaber — nennen wir ihn M. — hat die Schreinerei 2003 vom Vater übernommen, der heute noch 1–2 Tage pro Woche reinkommt. Sechs Festangestellte, zwei Lehrlinge. Aufträge: Treppen, Möbel auf Maß, gelegentlich Aufstockungen und Dachausbau.

Was M. mir am ersten Tag sagte: „Das Auftragsbuch ist 11 Monate voll. Trotzdem ist am Monatsende oft nichts auf dem Konto. Ich verstehe das nicht." Klassischer Fall — Auslastung gut, Marge nicht. Die Deckungsbeitragsquote hatte ihm nie jemand erklärt.

Was wir in den ersten 14 Tagen gesehen haben

Was wir verändert haben

Mt 1
Festpreis-Analyse + Befund

2 Wochen Datenerhebung (BWA, Auftragsliste 2024, Kalkulationsbögen). 18-seitiger Befund mit konkreten Empfehlungen, sortiert nach Aufwand und Erwartungswert.

Mt 2
Vollkosten-Stundensatz neu

Saubere Kalkulation mit allen Gemeinkosten. Neuer Verrechnungssatz: 96 €/h für Standard, 115 €/h für Sonderanfertigungen. Mit Begründung als 2-Seiten-PDF für jedes Angebot.

Mt 3
Kundengespräch Top-3

Persönlich bei den drei Hauptkunden — Erhöhung 12–18 % begründet mit Materialkostensteigerung 2023–2024, Mindestlohnerhöhung, neuer Versicherungsumlage. Zwei akzeptierten sofort, der dritte verlor Auftrag — wurde durch zwei kleinere besser bezahlte ersetzt.

Mt 4
Material-Konsolidierung

Drei statt sieben Lieferanten, Rahmenverträge mit Mengenstaffel. Materialkosten sanken von 38 % auf 33,5 % des Umsatzes.

Mt 5
13-Wochen-Cashflow-Plan

Einfaches Excel, das jede Woche montags von der Buchhaltung gepflegt wird. Zeigt für jede der nächsten 13 Wochen erwartete Einnahmen vs. fixe Ausgaben. M. weiß seitdem freitags, was Freitag in 6 Wochen los ist.

Mt 6–14
Monatliches 1:1 + Quartalsklausur

Eine Stunde im Monat — Zahlen durchgehen, Engpässe erkennen, Entscheidungen vorbereiten. Plus halbjährliche Quartalsklausur, in der wir Strategie-Fragen klären (Nachfolge, Investition Maschine, Fortbildung Lehrlinge).

Was die Zahlen 14 Monate später sagen

Stundenverrechnung
78 €/h
96 €/h
+23 %
Materialkosten
38 %
33,5 %
−4,5 pp
Deckungsbeitragsquote
42 %
54 %
+12 pp
Jahres-Cashflow
~14 k€
~86 k€
+72 k€

Umsatz blieb mit ca. 740 k€ fast konstant — der Hebel war nicht „mehr verkaufen", sondern „besser kalkulieren". Quelle: anonymisierte BWA Feb 2025 vs. Apr 2026, geprüft mit dem Steuerberater des Betriebs.

Was sich operativ geändert hat

Was nicht funktioniert hat

Damit es ehrlich bleibt — zwei Dinge, die im Befund standen, aber bis heute nicht umgesetzt sind:

Das Auftragsbuch war nie das Problem. Das Problem war, dass ich nicht wusste, was ich an einem Auftrag verdiene. Jetzt weiß ich es vorher — und kann nein sagen. — M., Inhaber Schreinerei (anonymisiert, mit ausdrücklicher Freigabe für diese Veröffentlichung)

Was du daraus mitnehmen kannst

Diese Case ist nicht spektakulär. Keine Verdopplung, kein Exit, kein Wachstumssprung. Aber sie ist repräsentativ: In ungefähr 60 % aller von mir analysierten KMU ist das Hauptproblem nicht „zu wenig Umsatz", sondern zu wenig Wissen über die eigene Marge. Wer das einmal sauber durchrechnet, kann Preise verteidigen, Kunden auswählen, und am Ende des Monats etwas auf dem Konto haben.

Der wichtigste Schritt war nicht die Stundensatz-Erhöhung — das war die einfache Folge. Der wichtigste Schritt war: Einmal hinsetzen und sauber durchrechnen. Mit jemandem, der das Schauen-und-Sagen ohne Bauchgefühl macht.

Ähnliche Situation?

Wenn du an irgendeiner Stelle gedacht hast: „das könnte bei mir auch so sein" — fang mit der Selbsteinschätzung an. 4 Minuten, kostenlos, ohne E-Mail-Adresse. Du bekommst direkt eine Schätzung, was bei dir vermutlich Hebel hätte.

Selbsteinschätzung starten
Hinweis zur Anonymisierung: Branche, Region, Mitarbeiterzahl und Größenordnung der Zahlen sind real. Genauer Inhaber-Name, Firmenname und Detail-Zahlen sind verfremdet, damit der Betrieb nicht identifizierbar ist. Die Veröffentlichung erfolgt mit schriftlicher Freigabe. Wer sich genauer erkundigen möchte: Im persönlichen Gespräch kann ich auf Wunsch — und nur nach Rückfrage beim Inhaber — eine Referenznummer und ein direktes Telefonat vermitteln.
Zur Analyse