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Finanzen & Controlling

Sicherheitsabstand

Julian Weisel · Fachbegriff

Der Sicherheitsabstand (auch: Sicherheitsmarge) ist die Differenz zwischen dem tatsächlichen Umsatz und dem Break-Even-Umsatz — sowohl in € als auch als Prozentwert. Er beantwortet die Frage: Wie viel Umsatz darf wegfallen, bevor wir Verluste schreiben?

Die Formel

Sicherheitsabstand absolut = Ist-Umsatz − Break-Even-Umsatz. Sicherheitsabstand prozentual = (Ist-Umsatz − Break-Even-Umsatz) ÷ Ist-Umsatz × 100. Beispiel: Ein Betrieb mit 62.000 € Monatsumsatz und einem Break-Even bei 47.740 € hat einen Sicherheitsabstand von 14.260 € oder rund 23 %.

Was ein gesunder Sicherheitsabstand ist

Für die meisten KMU gilt: unter 10 % = kritisch, 10–20 % = knapp, 20–35 % = solide, über 35 % = komfortabel. Bei zyklischen Branchen (Bau, Tourismus) sollte der Wert höher sein, weil saisonale Einbrüche normal sind. Solo-Berater können mit niedrigerem Wert leben, weil Fixkosten flexibel sind.

Wann der Sicherheitsabstand kippt

Drei Ereignisse verschlechtern den Sicherheitsabstand am häufigsten: (1) Verlust eines Großkunden (Umsatz fällt schnell), (2) neue Mitarbeitende werden eingestellt (Fixkosten steigen, Break-Even steigt mit), (3) Materialpreise steigen (variable Kosten höher, DBQ niedriger, Break-Even höher).

Warum die Zahl im Kopf stehen sollte

Wer seinen Sicherheitsabstand kennt, hat eine ehrliche Antwort auf die Frage "Wie krisenfest sind wir?". Wer ihn nicht kennt, schätzt — und schätzt meist zu optimistisch. Ein einmaliger Aufwand von einer Stunde pro Quartal reicht, um den Sicherheitsabstand zu aktualisieren und im Kopf zu behalten.


Wer mit diesem Begriff im Alltag arbeitet, kann ihn besser einordnen — wer ihn nicht kennt, übersieht oft die Steuerungswirkung dahinter.

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